Auszüge aus den Texten der Lesung

„So sehr ich auch die Heimat meiner Eltern vermisse, ist Deutschland und vor allem Berlin, ein Teil von mir. Schließlich bin ich hier geboren. Die Liebe zur alten Heimat bleibt, auch die Sehnsucht.. Dort ist immer Sonne und Wärme, hier nicht.“


„Meine Eltern kamen vor 20 Jahren, doch andere Verwandten bereits vor 50 Jahren. Die Uralten erzählen wie schwer das Leben in der Türkei war. Die meisten kamen wegen der Arbeit und blieben wegen des besseren Lebens. Heute sind sie sehr froh darüber. Viele kehrten inzwischen zurück, doch deren Kinder bzw. Enkelkinder leben hier.“


„Meine Vorfahren kommen aus Palästina und lebten in einem libanesischen Flüchtlingslager. Die Landschaft war schön, auf einer Seite waren Berge, auf der anderen das Mittelmeer, aber der Ort war damals durch den Bürgerkrieg vermüllt und kaputt. Sie lebten dort zwar zusammen, aber in Armut.“ 


„Im kosovarischen Dorf meiner Mutter wurde türkisch geredet, selten albanisch, denn früher gehörte es zum Osmanischen Reich. Mein Vater kam alleine nach Berlin. Als der Kosovokrieg ausbrach, packte meine Mutter ihre Sachen und kam mit meinem Bruder her. Erst stieg sie in den falschen Zug, dann ging ihr Gepäck verloren. Man muss es sich vorstellen: eine Frau reist mit Kind alleine in ein anderes Land und kennt die Sprache nicht.“ 


„Meine Eltern waren Ackerbauern in einem türkischen Dorf. Sie erinnern sich an die sehr grüne Landschaft, die vielen Bäume und Tiere, an die Hochzeiten, unsere Familie, unser Haus und Garten, den Spielplatz und an den wunderschönen Ezan, der den Hoca 5x am Tag zum Gebet aufrief und aus dem Koran las. Alle saßen zusammen am Boden - wie dort üblich. Natürlich waren die Frauen bedeckt und trugen Salvar und die Männer trugen normal Hose und T-Shirt. Meine Familie hat keine Schule besucht. Es gab keine Vielfalt von Religionen, alle waren muslimisch.“


„Mein Opa war bis 1948 ein Bürgermeister in Palästina bis er gezwungen war das Dorf zu verlassen. Meine Großeltern liefen die lange Strecke bis zum Südlibanon. Anfangs besaßen sie nichts. 1993 kam meine Mutter her, weil ihr Ehemann in Berlin lebte. Erst wollte sie nicht bleiben, weil sie Familie, ihre Heimat vermisste und es in Deutschland so fremd war. Sie war stolz jedem sagen zu können, dass sie dort die schönste Zeit ihres Lebens verbrachte. Sie wünscht sich die Zeit wieder zurückzudrehen und die schönen Erfahrungen wieder zu erleben.“